Geschichte wird lebendig!

Am Donnerstag, den 10. Juli, verlegte der Künstler Gunter Demnig in Külsheim die ersten Stolpersteine für jüdische Familien. Lernpartnerinnen und Lernpartner der neunten Klassen hatten sich in den Wochen und Monaten zuvor für die Verlegung der Steine engagiert. Sie recherchierten mit Hilfe von Alfred Bauch die Lebensgeschichten der Familie Baum, die ein Fuhrunternehmen und einen Hutladen in Külsheim besaßen, der Familie Scheuer, die an die Kirchentreppe wohnten und einen Öle- und Fetteladen betrieben und Bernhard Hahn, der als erster Külsheimer Jude nach Dachau deportiert wurde, und seiner Frau Jettchen. Sie schrieben Spendenaufrufe –  denn die Verlegung jedes Steines kostet 120 €- und Texte, um die Bürger über das Projekt zu informieren. Darüber hinaus produzierten sie Audioguides zu den Stolpersteinen. Diese können an der Schule ausgeliehen werden.
Der Künstler hat bisher schon mehr als 47000 Steine des dezentralen Mahnmahls verlegt. Külsheim ist die 962. Gemeinde, in der Stolpersteine zu entdecken sind. Viele Külsheimer Bürger waren zur Verlegung gekommen. Während Gunter Demnig die Stolpersteine in den Boden einließ, trugen Esra, Nina, Loretta, Katrin, Lara, Mona und Sabrina die Lebensgeschichten der jüdischen Familien vor. In Stille legten einige Schüler gemäß der jüdischen Tradition kleine Steine zu den Stolpersteinen.
Bürgermeister Schreglmann zitierte beim ersten Treffpunkt  in der Hauptstraße: „Das Grauen begann nicht erst in Auschwitz, Sobibor, Theresienstadt oder in einem anderen Konzentrationslager, es begann in unseren Köpfen, in unseren Häusern, in unserer Nachbarschaft und hinter den Haustüren.“ Er sagte, die Geschichte der Stadt Külsheim sei unauslöschlich mit der Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde verbunden. Und es sei Verpflichtung, die Erinnerung an die Geschichte wachzuhalten. Mit diesem Projekt haben unsere Neuntklässler bewiesen, dass ihnen dies wichtig ist.

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