Tag der Vorlesepaten 2018

 

Ein festes Ritual im „Veranstaltungskalender“ der PAGS ist der  Tag der Vorlesepaten im November. Unter der Schirmherrschaft der Stiftung Lesen besuchten in diesem Jahr über 175.000 Vorleserinnen und Vorleser in ganz Deutschland die Kindertageseinrichtungen und Schulen. Dies war ein neuer Teilnehmerrekord.

Unsere Vorlesepatin ist seit einigen Jahres schon Frau Brigitte Schindler, die –seit sie in Pension ist – auch regelmäßig in Senioreneinrichtungen und Kindergärten vorliest.

In diesem Jahr stand die Geschichte „Es war ein Leuchten in der Nacht“ von Josef Stifter auf dem Programm. Gebannt folgten die Lernpartner der Klassen 1a und 1b erst dem Verlauf der spannenden Geschichte, sie litten mit den Kindern, die sich im Schnee verirrt hatten und freuten sich mit ihnen, als sie von den übrigen Dorfbewohnern gefunden wurden.

Später bastelte jedes Kind einen Schneemann aus Tonkarton. Alle Schneemänner der 2. Klassen tanzen nun am Klassenzimmerfenster.

Faszinierend war die Stille, die während des Vorlesens unter den Lernpartnern herrschte, obwohl die Geschichte eine beachtliche Textlänge aufwies.

 

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Tischtennis Ortsentscheide – Minimeisterschaft an der PAGS

Die Pater-Alois-Grimm-Schule Külsheim und die Abteilung Tischtennis des FC Külsheim richteten am Mittwoch über fünf Stunden lang Ortsentscheide der „mini-Meisterschaften“ im Tischtennis aus. In der Schulturnhalle tummelten sich insgesamt 67 Kinder, welche in sechs Wettbewerben nicht nur die jeweils Besten ausspielten, sondern auch jede Menge Spaß hatten.

Die „Tischtennis-mini-Meisterschaften“ sind eine der bedeutendsten Breitensportaktionen für Kinder im deutschen Sport und finden in der Brunnenstadt seit drei Jahrzehnten statt. Die Kooperation von Schule und Verein hat sich bewährt und mit den vielen Teilnehmern hat die Veranstaltung in Külsheim mit Sicherheit mit die meisten Teilnehmer im Bereich des ganzen Badischen Tischtennisverbandes.

In diesem Jahr spielten Mädchen und Jungen der Jahrgänge 2010 und jünger, danach die der Jahrgänge 2008/2009 sowie abschließend jene der Jahrgänge 2006/2007 in einer Altersklasse, jeweils getrennt nach Jungen und Mädchen. Die Veranstaltung war nach Absprache mit der Schule und den jeweils verantwortlichen Lehrern in die Unterrichtszeit eingebettet.

Die Kinder waren mit großem Eifer bei der Sache, spielten und kämpften um jeden Ball, stets blieb das faire Miteinander ein wichtiger Bestandteil des spannenden Sports rund um die grüne Platte . Die Jungen und Mädchen zeigten zum Teil schon viel Ballgefühl und ein gutes Auge für die Spielsituation.

Die Begeisterung war natürlich groß, die Kinder spornten sich gegenseitig an oder trösteten auch mal über ein paar Tränen hinweg, wenn eine Niederlage arg knapp ausgefallen war. Denn manchmal mussten in den Gruppenspielen sogar die Bälle gezählt werden, um festzustellen, wer eine Runde weiter kommt. In einigen Achtel-, Viertel- oder Halbfinalspielen entschied die Verlängerung eines Satzes, sogar in einem Finale.

Für einen geregelten Ablauf und innerhalb der ausgelosten Gruppen sowie in den anschließenden k.o.-Spielen sorgten an den sechs Platten Lars, Liam, Lisa, Moritz I, Moritz II, Patrick und Sidney von der Schülermitverwaltung der Schule sowie Hannah, Jannis, Johanna und Louis aus den Nachwuchsteams des FC Külsheim. Stephan Sommer aus der Lehrerschaft der Schule und Hans-Peter Wagner von der Abteilung Tischtennis des FC Külsheim zeichneten für die vorbereitende Organisation verantwortlich, Letzterer übernahm die Turnierleitung.

Alle Kinder, die beim Ortsentscheid der „mini-Meisterschaften“ mitgemacht haben, erhalten Urkunden sowie kleine Preise, welche von der Sparkasse Tauberfranken gestiftet werden. Die Verleihung ist im Rahmen einer schulischen Veranstaltung am 26.Februar 2019 vor versammelter Schüler- und Lehrerschaft. Die besten Spielerinnen und Spieler aus allen Altersklassen qualifizierten sich für den so genannten Bezirksentscheid der „mini-Meisterschaften“ im Tischtennis im März oder April 2019.

Die Platzierungen der jeweils Ersten:

Jahrgänge 2010 und jünger: Mädchen (elf Teilnehmerinnen): 1. Levina Koch – 2. Lara-Sophie Müller – 3. Sara Yüksel und Carolina Mock

Jungen (19 Teilnehmer): 1. Daniel Mark – 2. Tian Geier – 3. Majd Al Khnifes und Lennart Heußlein

Jahrgänge 2008 und 2009: Mädchen (sieben Teilnehmerinnen): 1. Celine Stöcklein – 2. Cinja Ungar – 3. Selina Plail und Miriam Ionascu

Jungen (14 Teilnehmer): 1. Marc Zeller – 2. Jason Landkammer – 3. Ben Bäcker und Luka Vidovic

Jahrgänge 2006 und 2007: Mädchen (drei Teilnehmerinnen): 1. Karolina Ulrich – 2. Annabell Messerer – 3. Leonie Reinhart

Jungen (13 Teilnehmer): 1. Quinn Eisenhauer – 2. Niklas Kugler – 3. Hamid Uzun und Luca SteinamTischtennis_OrtsentscheideMiniMeisterschaftenKülsheim_02 Tischtennis_OrtsentscheideMiniMeisterschaftenKülsheim_03 Tischtennis_OrtsentscheideMiniMeisterschaftenKülsheim_01

Die Theorie zum Schulgarten beginnt wieder

Der Winter steht an und somit stellt sich für die Lernpartner des Schulgarten-TIPs die Frage:

Wie genau ist der „Hortus PAGSis“ aufgebaut?

Der Schulgarten ist ein Drei-Zonen-Garten mit Puffer-, Hot-Spot- und Ertragszone, der die biologische Vielfalt auch an unserer Schule ermöglicht. Im Schulgarten wurden Steinpyramiden, ein Steingarten und ein Teich angelegt, was ganz unterschiedliche Insektenarten anlockt. Die Lernpartner können immer wieder eine Vielzahl von Tieren entdecken und beobachten. Ein Barfußpfad lädt zum Entspannen und Erleben der Natur mit allen Sinnen ein und am Steinbackofen können die Lernpartner für sich und andere Pizza backen und den aufwändigen und spannenden Prozess des Brotbackens wie früher erleben. Verschiedene Herausforderungen im „Hortus PAGSis“ können die Lernpartner beim Anpflanzen und Ernten von Kräutern und Gemüse in den Hochbeeten, beim Entsaften von Äpfeln unseres Apfelbaums, beim Herstellen von Marmelade aus den Mirabellen und beim Ansiedeln von Bienenvölkern und der Herstellung von Honig annehmen und daran wachsen.
Bezug zur biologischen Vielfalt:

Besonders im „Hortus PAGSis“, der nach dem Drei-Zonen-Konzept gestaltet ist, kann die biologische Vielfalt erlebt werden. So besteht der Schulgarten aus drei verschiedenen Zonen: der Pufferzone als Abgrenzung zu den herkömmlich genutzten Wiesenflächen; der Hot-Spot-Zone, in der durch unterschiedlich angelegte Naturbausteine Lebensraum für viele Tiere geschaffen wird und der Ertragszone, in der Gemüse, Beeren und Weizen angebaut werden.

 

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Ernährungsführerschein

Wir, die Klasse 4a, haben in diesem Schuljahr den Ernährungsführerschein im Sachunterricht gemacht.
Als erstes waren wir in der Küche und haben leckere Brotgesichter zubereitet. Zwei Mamas unserer Klasse haben uns dabei geholfen. Insgesamt sind wir 3 Mal in der Küche gewesen und haben gemeinsam Essen gemacht – und es hat immer so lecker geschmeckt!
Einmal haben zwei Schüler Schlemmerquark gemacht, denn sie waren der Obstdienst. Ein anderes Mal haben wir Nudelsalat mit Tomaten, Gurken und Karotten zubereitet. Beim letzten Mal gab es Backofenkartoffeln mit Kräutercreme.
Im Sachunterricht haben wir gleichzeitig über die Ernährungspyramide gesprochen. Wie der Name verrät, sieht diese aus wie eine Pyramide und besteht aus 22 Bausteinen in drei verschiedenen Farben (rot, grün und gelb). Sie hilft einer Person zu entscheiden wie viel sie an einem Tag von was essen sollte. Außerdem haben alle Schüler der Klasse eine ganze Woche lang ein Bewegungs- und Essenstagebuch geführt.
Die Einheit hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und jetzt sind wir richtige Ernährungs-Experten!

Geschrieben von Lara-Sophie, Aaliyah und Meryem, Klasse 4a

 

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Verkehrserziehung in Klasse 3 und 4

nnerhalb des letzten Jahres haben wir, die Klasse 4a, gemeinsam mit unserer Klassenlehrerin Frau Bamberger für die Fahrradprüfung geübt und diese abgelegt.

Im letzten Schuljahr, in der dritten Klasse, fingen wir bereits an. Zuerst haben wir mit Frau Bamberger im Klassenzimmer für unsere theoretische, schriftliche Fahrradprüfung geübt, die wir dann auch alle bestanden haben. Zu Beginn diesen Schuljahres, also in Klasse 4, sind wir dann 4mal mit dem Bus morgens von unserer Schule nach Tauberbischofsheim gefahren. Dort haben wir mit zwei Polizisten am Verkehrsübungsplatz die Verkehrsregeln und das sichere Fahrradfahren im Straßenverkehr geübt. Schließlich durften wir alle die praktische Fahrradprüfung ablegen. Die Prüfung war nicht für alle Schüler leicht, aber jeder Schüler aus unserer Klasse hat bestanden, darüber haben wir uns sehr gefreut!

Geschrieben von Christian, David & Luka, Klasse 4a

 

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Fredericktage an der PAGS

Auch zahlreiche Klassen der PAGS Külsheim nahmen in diesem Jahr an den Frederick-Wochen vom 15. – 26.Oktober 2018 teil.
Dabei handelt es sich um ein Literatur-Lese-Fest, das in ganz Baden-Württemberg veranstaltet wird.
Vor allem die Klassen der Grundschule überlegten sich vielfältige Möglichkeiten, an dieser Literaturaktion teilzunehmen. Dies reichte von eigens verfassten Geschichten in Anlehnung an das bekannte Kinderbuch „Frederick“ von Leo Leonni (Klasse 4), über Kunstwerke zum Buch (Klasse 1)oder vertonten Gedichten (Klasse 3).
Besonders strahlten die Augen der Vorschulkinder (und natürlich der jungen Leser), die von den Zweitklässler in den Kindergärten besucht und denen begeistert vorgelesen wurde.

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Unterricht im Grünen – Ab sofort gibt’s Kräuter auf dem Kräuterberg

IMG_7611 IMG_0844 IMG_0864 IMG_0863Anfang Oktober war es soweit. Einige Lernpartner der PAGS haben den Kräuterberg im Schulgarten endlich begrünt. Gemeinsam pflanzten sie unter anderem Currykraut, Lavendel und Rosmarin an. Angefangen hat das Projekt „Kräuterberg“ allerdings schon viel früher. Zusammen mit ihren Lernbegleitern Herrn Terhaar und Frau Assimus haben die fleißigen Lernpartner bereits im März damit begonnen, Stein für Stein zu setzen und den Aufbau zu planen. Künftig soll der Kräuterberg den Lernpartnern Einblicke in die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Kräuter geben. Auch sollen die duftenden Kräuter noch mehr Insekten in den Hortus Pagsis locken und vor allem als Zutaten in der Schulküche die Gerichte aufpeppen.

Abschlussfahrt der Klassen 10a und 10b

Nach den erfolgreich bestandenen Prüfungen hatten sich die Zehntklässler eine gemeinsame Auszeit wahrlich verdient. Mit ihren Klassenlehrern Herr Dietrich (10a) und Frau Riegler (10b) ging es für die Lernpartnerinnen und Lernpartner in die Region Heidelberg-Mannheim, wo die beiden Klassen drei gemeinsame Tage verbrachten.

Nach der Ankunft und Bezug des jeweiligen Zimmers in der Jugendherberge stand für alle der Besuch des Erlebnisbades „Miramar“ auf dem Programm. Hier war für jeden etwas dabei: Wer es wagte und furchtlos genug war, konnte sich im Rutschpark oder Wellenbad auf austoben. Alle diejenigen, die nach der anstrengenden Anreise ein ruhiges Plätzchen suchten, waren in der Therme bestens aufgehoben und der angrenzende Badesee forderte zu einer Runde Schwimmen auf. Zum Abendessen versammelten sich alle wenig später im Speisesaal und anschließend auf der Terrasse der naheliegenden Jugendherberge. Diese lud zu einer Partie Schach, zum Basketball- oder Tischtennisspielen und Erzählen ein.

An Tag 2 ließ sich die Gruppe durch das zunächst schlechte Wetter nicht aufhalten. Etwas später als geplant traf sie im Freizeitparks „Holidaypark“ ein, der an diesem Tag zum Glück der 10er zwar gut besucht, aber nicht überfüllt war. Schüler und Lehrer waren hier in teilweise wechselnden Kleingruppen unterwegs. Ob Achterbahn, Schiffschaukel, Kettenkarussell oder Wildwasserbahn: Alle kamen auf ihre Kosten. Diesen Tag ließen die Klassen in der Heidelberger Innenstadt ausklingen. In kleinen Gruppen suchten sie verschiedene Restaurants auf, um ein Abendessen ihrer Wahl zu genießen. Wenig später fuhren sie mit der Straßenbahn zurück und beendeten die Abend auf ihren Zimmern.

Am darauffolgenden Tag stand die Abreise an.

Insgesamt ein schöner Abschluss für alle.

Abschlussfahrt der LG 9a,9b und 9c nach Italien

Wer viel Zeit in die Prüfungsvorbereitung steckt, der darf sich nach bestandener Prüfung dann auch ordentlich erholen. Und bevor einige Lernpartner nach dem aktuellen Schuljahr die PAGS verlassen würden, um an weiterführenden Schulen oder in der Ausbildung eine neue Herausforderung zu suchen, musste der Team-Geist noch einmal sein Bestes geben. Fünf Tage Italien, ein tolles kleines Familienhotel in Jessolo, ein wunderbarer Tag in Venedig, der Freizeitpark am Garda-See, der hoteleigene Strand. Es gibt nur ein passendes für diese gemeinsamen Tage: Es hat alles gepasst. Und die Bilder sagen sicher noch mehr als die berühmten 1000 Worte.

 

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Inklusion ist eine Haltung

Über zwölf Jahre ist es her, dass in Külsheim ein paar Eltern, die eine allgemeine Schule für ihre Kinder mit Behinderung suchten, ein mutiger Schuldirektor, ein Kollege, der immer auf der Suche nach neuen Wegen war, eine Sonderschullehrerin frisch aus dem Referendariat von Praktikumserfahrungen aus Südtirol inspiriert und eine kreative Erzieherin zusammen etwas ausprobierten: Die gemeinsame Unterrichtung von Kindern mit und ohne Behinderung. Längst sind aus diesen Kindern selbstbewusste junge Erwachsene geworden, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen, und das, obwohl sie in einer inklusiven Klasse waren, wahrscheinlich aber, weil Sie in einer gänzlich heterogenen Klasse leben und lernen durften und dabei Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Gestaltung eines selbstverantworteten und glücklichen Lebens erwerben konnten. Alle Schüler dieser Klasse haben in ihrer Schulzeit erfahren: Inklusion ist ein Haltung.

Nicht nur die Kinder, auch die PAGS Külsheim hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt. Aus den Erfahrungen des ISEP (Integratives Schulentwicklungsprojekt) beschloss man: Wenn wir nach unten differenzieren können, können wir das genauso auch nach oben und so entstand durch intensive Beschäftigung mit dem Thema Lehren und Lernen schließlich das „Haus des Lernens“. Weil Schulleitung und Kollegium erkannte, dass für das Lernen auch die Lernumgebung eine wichtige Rolle spielt, wurde die Schule nicht nur im Inneren, sondern auch ihr Außengelände von Lehrern, Eltern, Schülern und vielen Freiwilligen völlig neu gestaltet. Als letztes Projekt entstand das Amphitheater „Theatrum Pagsum“. Für die, die heute an der PAGS leben und lernen, ist es mittlerweile selbstverständlich: Inklusion ist eine Haltung.

In Berlin schreibt eine Frau ein besonders Buch: Lauthalsleben. Darin erzählt sie von ihrer lebenslustigen Tochter Lotte, die im Rollstuhl sitzt, von ihrer Suche nach einer gemeinsamen Welt mit Lotte, vom Kampf um Normalität und vom Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Behinderung. Es geht um eine inspirierende Geschichte einer Mutter und ihrer besonderen Tochter, um ihre Sorgen, Wünsche und Träume und eine kluge Auseinandersetzung mit der Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen.

Julia Latscha, so heißt die Autorin, setzt sich mit Fragen des Lebens auseinander, deren Beantwortung jeden von uns täglich beschäftigt:

Lebensträume und Enttäuschungen, Glücksmomente und Abenteuer, Ausgeschlossen-Sein und Verbunden-Sein, Tabus und Offenheit.

Später veröffentlicht sie in der Zeit den Artikel „Inklusion ist eine Haltung“ und schreibt darin „Kinder ohne Behinderung lernen nicht weniger, wenn sie gemeinsam mit Kindern mit einer Behinderung unterrichtet werden. Nur anderes. Und wahrscheinlich mehr fürs Leben.“

Bald ist klar: Die PAGS Külsheim und Frau Latscha sollten zusammenkommen.

Am 20. und 21. Juni war es dann soweit. Die beiden Tage standen an der PAGS ganz im Zeichen der Inklusion.

Am Mittwochmorgen konnten die Lernpartner der Grundschule und der Klassen 5 und 6 eine wunderschöne neue Sprache lernen – die Gebärdensprache. Die Gebärdensprachdolmetscherin Laura M. Schwengber, die sonst die Musik von Tim Bentzko oder die Songs des ESC für Menschen erlebbar macht, die nicht hören können, brachte den Lernpartnern viel Wissenswertes über die Gebärdensprache bei. Geduldig beantwortete sie alle Fragen der Kinder, welche die Gebärden für Wörter sind, die sie unbedingt brauchen – von „Marmelde“, „Pferd“, „Fußballsieger“, über „kuscheln“ bis hin zu „Meine Frisur ist schön“ war alles dabei. Am Ende hatten die Lernpartner nicht nur viele Wörter in einer neuen Sprache gelernt, sondern konnten auch den Song „Hakuna matata“ aus dem „König der Löwen“ in Gebärdensprache, was sie stolz ihren Lernbegleitern und am nächsten Tag sogar Julia Latscha zeigten.

Am Abend war die Öffentlichkeit zur Lesung „Inklusion ist ein Haltung“ von Julia Latscha eingeladen. Den wunderbar lauen Sommerabend eröffnete unsere inklusive Hip-Hop-Gruppe mit einem fetzigen Stuhl-Tanz. Unsere Schulrockband „Rat-6-PAGs“ umrahmte die Lesung mit ihren wunderbareren Songs. Die Lernpartner konnten die besondere Erfahrung machen, wie ihre Musik von Laura M. Schwengber in Gebärdensprache dargestellt wird. Immer wieder sah man die Jugendlichen, wie sie während den Songs vorsichtig zu Frau Schwengber schauten. Gebannt lauschten die Zuhörer Julia Latscha, als sie ausgewählte Stellen aus ihrem Buch „Lautshalsleben“ las. In ihrem Leben begegnen ihr sowohl traurige Momente, als auch Momente voller Glück. Die Lesung wurde eingeleitet mit dem Zitat „Es mag mir geschehen, was will, ich verliere nie die Gewissheit, dass hinter mir Arme geöffnet sind, um mich aufzunehmen.“ Unser Amphitheater mit seiner besonderen Atmosphäre entpuppte sich als sehr geeigneter Ort für eine solche Lesung. Zwischen den Textstellen stellte Frau Boccagno die sehr persönlich interessierten Fragen, auf die Frau Latscha sehr offen antwortete und damit das Publikum berührte. Alles wurde von Laura M. Schwengber in Gebärdensprache übersetzt, was für viele aus dem Publikum eine besondere Erfahrung war. Nach der Pause, in der es erfrischende Getränke und leckere Snacks gab, die Lernbegleiter und Lernpartner zusammen vorbereitet hatten, war schließlich das Publikum gefragt, sich zum Thema „Inklusion ist eine Haltung“ zu äußern.

Auf die Frage, warum Lotte nicht auf einer inklusiven Schule sei, war die Antwort von Julia Latscha „Die PAGS ist nicht in Berlin“ an diesem Abend ein besonders großes Kompliment für uns.

Am Donnerstagmorgen las Julia Latscha nochmals für die Lernpartner der Klassen 7 bis 10 aus ihrem Buch. Diesmal wurde das Gespräch von Tim und Alicia moderiert, die ihre Sache sehr professionell und mit viel Einfühlungsvermögen machten. Die Jugendlichen lauschten gebannt den Worten von Julia Latscha und nahmen an ihrem und an dem Leben ihrer Tochter Lotte teil. Erst zögerlich, dann immer interessierter stellten sie ganz unterschiedliche Fragen, die zeigten, wie intensiv sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. Julia Latscha beantwortete die Frage, wie eine inklusive Ferienfahrt aussieht oder was ihre Idee ist, wie Inklusion von Menschen mit Behinderung erreicht werden kann genauso wie die Frage wie sie sich nach der Nachricht, dass ihre Tochter eine Behinderung hat, gefühlt habe oder „Wenn Sie einen Wunsch für Inklusion frei hätten, was würden Sie sich wünschen?“

Welchen Wunsch hatten die Lernpartner am Ende: Julia Latscha soll schon nächstes Jahr wiederkommen und dann auf jeden Fall auch Lotte und Kasimir mitbringen.

 

 

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