Das Haus des Lernens

Grundsätzliches

Das Schulmodell „Haus des Lernens“, das es in der Schweiz und anderen Ländern zum Teil seit vielen Jahren gibt, ist in Baden-Württemberg eine neue Art des „Unterrichts“. Mit dieser neuartigen Schulform wird das Bildungsangebot in Külsheim dauerhaft gestärkt und langfristig erhalten. Unser Konzept „Haus des Lernens“ entspricht dabei dem Wunsch der Eltern nach einem schülerorientierten, qualifizierten und wohnortnahen Bildungsangebot. (Lt. Beschluss des Gesamtelternbeirats vom 21.02.2008).
Die Schülerinnen und Schüler können einen mittleren Bildungsabschluss erwerben, ohne dafür in die weiter entfernt liegenden Schulzentren Tauberbischofsheim oder Wertheim fahren zu müssen. Diese neue Schulform bewirkt somit eine enorme Steigerung der Wohnqualität. Damit ist auch unserer Stadt bei der Stärkung des Wirtschaftsstandorts geholfen.
Die Einführung des „Haus des Lernens“ ist daher eine gemeinsame Aufgabe von Lehrerkollegium, der Kommune und der Eltern. Mit dieser Schulform wurden optimale Bedingungen für Schüler/-innen, Lehrer/-innen und Eltern geschaffen.

Von der „Schule“ zum Haus des Lernens

Seit langem ist das Ziel unserer Bildungsarbeit die Förderung der eigenverantwortlichen und eigenverlangten Leistung der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler.
Ein „Meilenstein“ auf dem Weg zur praktischen Verwirklichung dieser Herausforderung an uns selbst und an unsere Kinder stellte die Begegnung mit dem Schweizer Reformpädagogen Peter Fratton im Schuljahr 2007/08 dar. Peter Fratton gründete in den 90er Jahren das erste „Haus des Lernens“ in einer Privatschule in Romanshorn am Bodensee (Schweiz).
Mit Beginn des Schuljahres 2009/10 haben wir an der PAGS den Unterricht in den Klassen 5 und 6 nach dem Modell der Schweizer Lernhäuser eingerichtet. Im Verlauf der Konzeptionsentwicklung entschieden wir uns, auch einen Antrag auf Ganztagsbetrieb zu stellen, der vom Regierungspräsidium genehmigt wurde. Im „Haus des Lernens“ geben die Lernbegleiter und Lernberater (=Lehrer/innen) den Lernpartner/innen (=Schülerinnen und Schülern) in sogenannten „Input-Räumen“ Einführungen und Hinweise zu bestimmten Unterrichtsinhalten und Kompetenzen, legen die Lernziele fest und überprüfen mit ihnen das Erreichen dieser Zielvorgaben. Anschließend arbeiten die Lernpartner weitgehend selbstständig in den „Lernateliers“. Schule und Lernen sind geprägt vom respektvollen Miteinander, von einer gestalteten Lernumgebung, der Zielorientierung und klaren Leistungsanforderungen.

Die vier Grundpfeiler

Das Ziel unserer Bildungsarbeit die Förderung der eigenverantworteten und eigenverlangten Leistung. Wir begleiten unsere Lernpartner/innen im Laufe ihrer Ausbildung immer mehr zu dem Punkt, von dem Antoine de Saint-Exupéry sagt: „Jeder dürfte nur bis zu dem Punkte geführt werden, an dem er fähig ist, selber zu denken, selber zu lernen und selber zu arbeiten.“
Wenn wir diesen Punkt erreichen, ist eine Individualisierung des Lernprozesses keine schwierige Aufgabe mehr. Was der Lernende jetzt noch braucht, sind gewisse Organisationshilfen (Lerntagebuch, Lern-verträge), strukturiertes Material (die genauen Wochenlernziele und die darauf abgestimmten Lernhilfen), ein Raum, der zu gemeinsamem Lernen einlädt (Lernateliers) und Menschen, die fähig sind, die Jugendlichen in ihrem Lernen zu begleiten (Lernbegleiter/innen).

Die Hinführung zur eigenverlangten Leistung gründet auf vier Säulen: